Es ist verständlich, warum das Nachkriegs-Deutschland für seine Gastarbeiter während der späteren Wirtschaftswunderzeit den Weg des „leben und leben lassen“ wählte. Leider führte diese Politik zur Bildung von Parallelgesellschaften, mit Folgen für Staat und Gesellschaft: Große Gruppen von Staatsbürgern, die in Deutschland geboren wurden, interagieren nicht mit der deutschen Sozialstruktur, einschließlich Schulen und Ärzten.

Ein Schwerpunkt der deutschen Willkommenskultur seit 2015 ist die Integration von Flüchtlingen in die deutsche Gesellschaft mit dem Ziel, diese Fehler zu vermeiden.

Bundeskanzlerin Merkel erklärte, dass der Multikulturalismus bis 2010 „völlig gescheitert“ sei, und heute scheint darüber ein allgemeiner Konsens zu bestehen – über parteipolitische Grenzen hinaus. Merkel hat seitdem ein Programm der Integration neuer Migranten angestoßen, welches im Jahr 2016, nach dem großen Flüchtlingszufluss, ins Gesetz aufgenommen wurde. Während noch keine Studien über die Vorteile der Integration gegenüber dem „Parallelkulturalismus“ veröffentlicht wurden, gibt es ein spürbar positives Gefühl in der westdeutschen Gesellschaft, dass die Integration funktioniert. Studien der Bundesregierung (BMZ & GIZ) zeigen die positiven Ergebnisse in anderen Flüchtlingsländern aus gemeinschaftsbasierten Integrationsprogrammen wie der Integrationswerkstatt.

Während die Willkommenskultur erstaunlich lang anhielt, geht sie leider in letzter Zeit in der deutschen Gesellschaft zurück. Das ist nicht nur eine traurige Begebenheit, sondern ein Sicherheitsrisiko. Integration ist einer der besten Wege, um den gewalttätigen Extremismus zu verhindern und zu bekämpfen. Damit diese Integration gelingt, müssen sich die Geflüchteten allerdings wirklich und ernsthaft willkommen fühlen. Im Interesse der Integration und genau so im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Stabilität, müssen bürgerschaftliches Engagement und die Zivilgesellschaft eine ebenso große Rolle spielen wie der Staat.

  • Hashtags wie #RefugeesWelcome und ähnliche Bekundungen ohne konkretes Tun ist zu wenig
  • Geflüchtete mit Almosen zu versorgen ist zu wenig
  • Aktivität, die darauf abzielt, darzustellen, dass Deutsche die Geflüchteten unterstützen, ist nicht genug
  • Aktivität, die darauf abzielt, sicherzustellen, dass Flüchtlinge die deutsche Kultur und deutsche Gesetze respektieren, ist nicht genug

Gemeinschaft und Freundschaft sind die Ziele der Integration, ohne eine interkulturelle Gesellschaft und kulturübergreifende Freundschaft zu schaffen, werden die heutigen Flüchtlinge ghettoisiert, isoliert und anfällig für Radikalisierung.